Friedensnobelpreis 2007: International Panel on Climate Change

Nachdem ich mich gestern mit Al Gore als Friedensnobelpreisträger beschäftigt habe, nun der Blick auf den zweiten Gewinner: Das International Panel on Climate Change (IPCC) oder in deutsch oft Weltklimarat genannt. Gegründet wurde dieses Gremium 1988 durch die Weltorganisation für Meteorologie WMO und dem UN-Umweltprogramm UNEP. Auftrag dieser UN Behörde ist es demnach Ergebnisse der Wissenschaft zum Klimawandel und dessen Folgen zu bündeln. Eigene Forschungen stellt die Organisation nicht an. Dennoch – oder vielleicht deshalb – sind die bisher insgesamt vier Berichte durchaus positiv angenommen worden, selbst Klimakritiker wie Richard Lindzen halten den Bericht für eine „bewundernswerte Aufbereitung des Wissens über Klimaforschung“. Die Zeit bezeichnete die Berichte deshalb als das „definitive Wort zum Stand der Forschung“ – zumindest bis zum nächsten Bericht.

An der Fertigstellung sind mehr als 450 Autoren führend, 850 begleitend und mehr als 2.500 Wissenschaftler als Gutachter und Wissensbeiträger beteiligt. Dennoch gibt es auch natürlich eine Schwachstelle: Die nicht unentscheidenden Zusammenfassungen der Gutachten sind ein Politikum für sich und werden vor allem durch Vertreter der beteiligten Staaten gesteuert. Dementsprechend wird dort um Formulierungen und Einschätzungen gehandelt wie auf dem Basar und Erdölstaaten wie Saudi-Arabien setzen natürlich alles daran, zu verhindern, dass ihre Position durch das Papier geschwächt wird.

Dennoch kann man die Berichte mit Sicherheit als wegweisende Dokumente sehen, um den Klimawandel zu beschreiben und vernünftig einzuschätzen. Dass der Nobelpreis dieses Jahr damit sowohl an Gore, als auch an den Weltklimarat ging ist richtig, denn während der Klimarat die Situation zusammenfasst und wissenschaftlich erarbeitet, sorgt Al Gore zunehmend dafür diese – nicht immer einfachen Zusammenhänge – verständlich zu machen und eine Öffentlichkeit für die Problematik zu schaffen.

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