Zeitungstest Tag 3: Mal einzeln…

Ich hatte den Artikel schon weit angefangen und es mir am Ende beim X-ten Lesen des gleichen Inhalts anders überlegt: Der Zeitungstest, wie ich ihn zu beginn angekündigt hatte, bringt es nicht wirklich, sondern ist zu aufwändig und vielleicht auch zu uninteressant? Naja, jedenfalls werde ich mit täglichen Berichten aufhören, lieber entspannt lesen und das machen, was ich zuvor auch getan habe: Das Interessante kommentieren und nicht wie in den letzten Tagen Inhaltswiedergaben schreiben. Am Samstag werde ich dennoch ein Fazit dieser Zeitungswoche ziehen. Nun das, was ich bisher zu FAZ und Süddeutscher geschrieben hatte ;)

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die FAZ hat als ein Hauptthema der heutigen Ausgabe die Situation in China ein Jahr vor  Olympia 2008. Interessant ist insbesondere ein Kommentar im Wirtschaftstei, der insbesondere den Schwerpunkt auf das Dilemma von Sponsoren richtet:

Der größte anzunehmende Unfall für das Image einer Marke aus dem Westen wäre es, wenn China-Kritiker sie wegen ihres Engagements für die Spiele in Verruf brächten.

Angesichts der zunehmenden Öffentlichkeit für die chinesischen Menschenrechtsverletzungen ist das Risiko garnichtmal so gering. Und ein Rückzug oder Distanzierung fällt schwer, wenn man China nicht brüskieren und einen Markt von 1,3 Milliarden Menschen verlieren möchte. Andererseits:

Schweigen die Unternehmen aber zu den immer lauter gestellten Fragen und Vorwürfen, geraten sie in Konflikt mit ihren eigenen Richtlinien einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Auch Aktionäre könnten ein Engagement für die Spiele in Peking, das das dortige Regime stützt, hinterfragen.

Eine interessante und nachvollziehbare Sichtweise mal aus wirtschaftlicher Sicht. Aber auch anderer wird ausführlich berichtet, wenn auch erst auf Seite 30 im Sportteil. Zum einen werden die Probleme beim Umweltschutz – insbesondere die Luftverschmutzung in Peking – deutlich kritisch bewertet. In einem langen Interview mit dem Menschenrechtsexperten Dirk Pleiter wurden dann auch die Menschenrechtsfragen diskutiert.

Auch der Streik im Bahnwesen (der jetzt erstmal nicht kommen wird) ist ein Thema der Zeitung, wobei ein interessanter Artikel der Frage nachgeht, wieso Fachgewerkschaften momentan im Aufwind sind und mit einem Portait des Anwalts der GDL.

Süddeutsche Zeitung

Auch die Süddeutsche hat sich bereits auf der Titelseite der Menschenreche in China gewidmet und  im Kommentar auf die schwere Situation hingewiesen, dass man trotz Marktöffnung und verstärkte Wirtschaft keine Demokratie, Meinungsfreiheit oder freien Geist in China habe. Für China ist dies ebenso ein Dilemma wie Europa. Einerseits will es von den USA und Europa anerkannt werden, aber politische Verantwortung zu übernehmen und so Staaten wie Simbabwe oder den Sudan untersützt. Europa hingegen hat noch keine Antwort darauf gefunden, wie es Einfluss auf China nehmen kann.

Interessanter war aber ein Artikel über Rüttgers, der als CDU Politiker zwar gerne soziale Politik einfordert, aber nicht entsprechend handelt. Aus dieser Feststellung und der Tatsache, dass die CDU-FDP Koalition zum ersten Mal die Mehrheit in NRW verloren habe, beginnen dann Koalitionsspielchen von rot-rot-grün, welches nach Ansicht des Autors an grün scheitern würde, weil dies über die „Narben“ der Koalition mit der SPD noch nicht hinweg sei und daher Jamaika wahrscheinlicher sei – wäre die FDP nicht. Also von diesen Koalitionsspielchen halte ich nicht viel, denn zum einen ist man soweit von der Wahl weg, dass man das noch nicht absehen kann, aber auch inhaltlich sehe ich keine Nähe zu den aktuellen Regierungsparteien.

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