Wer die Lok wirklich steuert…

Ich habe schon oft die mangelnde Solidarität oder einseitige Fokussierung auf Lokführer kritisiert, denn ohne deren Arbeit herabzuwürdigen sind sie nicht die einzigen, die dafür Verantwortlich dafür sind, dass wir jeden Tag mit der Bahn sicher und naja relativ pünktlich reisen können. Die Süddeutsche hat heute mal einen Artikel gebracht, der aus einem Stellwerk berichtet und dem Arbeitsaufwand dort. Ein schönes Zitat von dort ist:

„Jeder Lokführer fährt genau einen Zug. Wir hier fahren 20.

Und trotz der stressigen Arbeit, die Reaktionen womöglich in Sekunden erfolgen erhalten diese auch nicht viel mehr als Lokomotivführer, wie die Welt vor Kurzem feststellte:

Über das Verteilen der Güterwagen auf die richtigen Gleise wacht Christian Möller (51) als sogenannter Bergmeister. (…) Trotz moderner Technik muss Möller binnen Sekunden reagieren und die Bremsen nachsteuern, wenn Wagen zu schnell oder zu langsam auf die abgestellten Züge zurollen. „Nervös zu werden kann man sich da nicht erlauben“, meint er. Für seine vor allem in den Nachtstunden intensive Arbeit erhält Möller rund 1500 Euro netto.

Aufgrund des Verhaltens der GDL kann ich nur raten, dass sich nun auch die Menschen im Stellwerk, die Personen in den Werkstätten oder diejenigen, die die schwere Aufgabe an Rangierbahnhöfen übernehmen alle eine eigene Gewerkschaft gründen, schön streiken und dann immer wieder streiken, wenn der andere etwas besseres hat – so hat der Bahnkunde das ganze Jahr Spaß. Oder vielleicht setzt man sich doch nochmal an einen Tisch, holt – wie von der Bahn vorgeschlagen – einen externen Gutachter und lässt alle Gehalte gleichzeitig überprüfen.

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