Kalter Krieg um kaltes Land

Zwei russische U-Boote sind auf dem Weg zum Grund des Meeresboden am Nordpolarmeer. Die vermeintlich wissenschaftliche Mission hat aber einen geostrategischen Hintergrund. So geht es Russland darum nachzuweisen, dass der Teil des Meeres aufgrund des sogenannten Lomonossow-Rückens noch zum russischen Kontinentalschelf gehört. Sollte dem so sein, könnte Russland dadurch wirtschaftliche Rechte aus diesem Gebiet ziehen und hätte damit Zugriff auf die rund 10 Milliarden Tonnen Öl und Gas, die dort vermutet werden.

Aber nicht nur Russland hat interesse an diesem Gebiet und Ansprüche erhoben, sondern beispielsweise auch Dänemark, welches die 1,2 Quadratkilometer als Teil des grönländischen Territoriums sieht. Ebenso erheben Norwegen, die USA und Kanada Ansprüche auf das Gebiet.

Das Vorgehens Russlands, welches den Anspruch 2001 gegenüber den Vereinten Nationen erklärte, wird in den anderen Staaten sehr skeptisch begutachtet, auch wenn bisher noch alles im juristischen Rahmen ausgetragen wird. Dennoch hat Kanada bereits die Anschaffung von acht Partouillenschiffen angekündigt, um die „territoriale Integrität“ Kanadas zu schützen. Und auch Russland strebt einem Ausbau der Marine an: Bis 2015 werden 140 Milliarden Euro in die Aufrüstung gesteckt, davon ein Viertel in die Marine, die in 20 Jahren die zweitstärkste der Welt werden soll. Bahnt sich hier ein neuer Kalter Krieg um Öl im kalten Norden an?

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