Don’t drink and drive – auch über 21

Seit heute ist allen Fahranfängern während der Probezeit und sowieso allen Autofahrern bis 21 verboten mit Alkohol im Blut am Steuer zu sitzen. Eigentlich eine tolle Sache, aber wieso diese Altersgrenze? Zum einen sind in der Altersklasse bis 25 mehr Fahrer mit Alkoholeinfluss vorhanden und auch darüber sieht es ja nicht besser aus. Immerhin noch 21% der „Alkoholtäter“ finden sich unter den 25 bis 35-jährigen und auch bei den bis 45 Jährigen sind es noch 22,5 Prozent (Quelle) Es mag sein, dass die meisten der fast 600 Unfalltoten durch die erste Altersklasse umgekommen sind, aber zum einen dürfte dies den Angehörigen eines solchen Opfers egal sein, ob der Täter nun 20 oder 22 oder vielleicht gar 36 war und zum anderen ist die Zahl von 51.053 Alkoholunfällen im letzten Jahr schon beeindruckend genug. Man wird das Problem nicht lösen können, aber Fehleinschätzungen („Eins geht noch“) kann man durch eine Null Promille Regel durchaus vermeiden.

Und um doch noch etwas allgemeines zu sagen: Es ist mir relativ egal, ob sich jemand den Kopf wegsäuft, das ist sein eigenes Problem, aber sobald man sich alkoholisiert ans Steuer setzt, gefährdet man das Leben und die Gesundheit von anderen und das kann nicht hingenommen werden, da kann man dann die Freiheit auch ein wenig einschränken um die von anderen zu schützen.

In Jans Blog habe ich ein Gedicht gefunden, welches an einer Schule in den USA nach einem alkoholisierten Autounfall geschrieben stand mit der Bitte es zu verbreiten, was ich hiermit gerne tue, da es genau diesen Aspekt aufgreift.

Tod der Unschuldigen

Ich ging zu einer Party, Mama, ich erinnerte mich, was Du sagtest. Du ermahntest mich, nicht zu trinken, Mama, also trank ich Soda stattdessen.

Ich fühlte mich richtig stolz, Mama, so wie Du es mir vorausgesagt hattest. Ich habe nicht getrunken, um dann zu fahren, Mama, obwohl mir die anderen sagten, es sei nichts dabei.

Ich weiß, ich tat das Richtige, Mama, ich weiß, Du hast immer recht. Nun ist die Party zuende, Mama, und alle fahren sie fort.

Als ich in meinen Wagen stieg, Mama, wusste ich, ich würde rasch nach Hause fahren, weil Du mich so erzogen hast, verantwortungsbewusst und lieb.

Ich fuhr also los, Mama, aber als ich auf die Straße auffuhr, sah mich der andere Wagen nicht, Mama, er fuhr einfach über mich drüber.

Als ich lag auf dem Asphalt, Mama, hörte ich den Polizisten sagen, „Der andere Typ war betrunken“, Mama, Und nun bin ich es, die bezahlen wird.

Ich liege hier sterbend, Mama… Ich wünsche Du wärst bald hier. Wie konnte das geschehen, Mama? Mein Leben zerplatzte wie ein Ballon.

Überall um mich ist Blut, Mama, das meiste davon ist meins. Ich höre den Arzt sagen, Mama bald werde ich sterben.

Ich wollte Dir nur sagen, Mama, ich schwöre, ich hab nichts getrunken. Es waren die anderen, Mama, die anderen haben nicht nachgedacht.

Er war wohl auf derselben Party wie ich. Der einzige Unterschied ist, er hat was getrunken Und ich werde sterben.

Warum betrinken sich die Leute, Mama? Es kann ihr ganzes Leben zerstören. Jetzt fühl ich heftige Schmerzen. Es sticht wie ein Messer. Der Typ, der mich anfuhr, der geht, Mama, und ich denke, das ist nicht fair.

Ich liege hier im Sterben. Und alles, was er kann, ist, zu starren.

Sag meinem Bruder, er soll nicht weinen, Mama, schreibt „Papas Mädchen“ auf mein Grab.

Jemand hätte ihm sagen sollen, Mama, kein Alkohol hinter dem Steuer. Wenn sie es ihm bloß gesagt hätten, Mama, wäre ich noch am Leben.

Mein Atem wird kürzer, Mama, ich bekomme solche Angst. Bitte, weine nicht um mich, Mama. Du warst immer da, als ich Dich brauchte.

Ich hab nur noch eine letzte Frage, Mama. Bevor ich mich verabschiede:

Ich bin nicht betrunken gefahren, also warum bin ich diejenige, die stirbt?

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