Archiv25. August 2007

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Loveparade
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Sudan bricht Waffenembargo
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Fair Trade

Loveparade

Ja, ich habe sie mir angeguckt, die größte Technodisko der Welt – die Loveparade 2007 in Essen. Zugegeben, es ist nicht meine Musik und wenn ich sie zu lange höre, meldet sich mein Kopf, aber ein solches Ereignis konnte ich mir dann doch nicht entgehen lassen. Und ich habe einige Schlussfolgereungen und Erfahrungen aus diesem Tag mitgenommen:

  1. Wenn du zur Loveparade fährst, atme vor dem Einstieg in die Bahn sehr gut ein, denn dannach wird es knapp mit der Sauerstoffversorgung. War die Bahn in Gelsenkirchen schon voll, versuchten auf den Bahnhöfen in Rotthausen und Kray-Nord noch weitere den Weg in die überfüllten Wagons zu finden und von Bewegungsfreiheit konnte man nur träumen ebenso von frischer Luft (grade bei den sonnigen Temperaturen heute) – aber so bekommt der Ausstieg dann eine ganz neue Bedeutung 🙂 Angesichts der Unmengen von Menschen am Bahnhof frage ich mich, wie dies erst 2011 in Gelsenkirchen werden soll, denn unser neuer Bahnhof ist zwar sehr schön, aber doch noch minimal kleiner als Essen 😉
  2. Ziehe gutes Schuhwerk an – nicht nur wegen dem langen Laufen und Tanzen, sondern vor allem wegen Glassplittern auf der Straße. Ich bin auf dem Weg durch die Essener Innenstadt über massig zerbrochene Flaschen gelaufen, dass gutes Schuhwerk schon hilfreich ist, wenn man nicht grade ein Fakir ist. Für Flaschensammler dürfte es aber dennoch ein gelungener Tag geswesen sein, was ich an Pfandflaschen gesehen habe, dürfte die Versorgung schon für einige Tage decken.
  3. Wenn deine Freunde und du an verschiedenen Standorten der Stadt ankommen – mache einen Treffpunkt aus und hoffe nicht, dass das alles schon klappt. Bei mir war es so, dass Kevin und Lisa am Bahnhof Altenessen ausgestiegen waren, aber keine U-Bahn zu meinem Standort (dem HbF) fuhren und so gelaufen wurde. Tja, man verpasste sich und den Zug der Parade mussten wir dann getrennt betrachten, bis dannach per verspätet ankommenden SMSen (Hinweis 3.1 das Handynetz könnte überlastet sein) schließlich ein Punkt gefunden wurde.
  4. Vergewissere dich vorher, dass deine Kamera Akkus auch geladen sind. Ich hatte es nicht, sondern war felsenfest überzeugt, dass der Zweitakku geladen sei – naja, dem war nicht so und darum gibt’s auch keine Bilder 🙁 Mehr als ärgerlich das Ganze, aber die gute Stimmung kam dann doch bald wieder.

Insgesamt ein schönes Erlebnis, auch wenn es mein Leben nicht verändert hat, aber soviele Menschen auf einem Haufen (1,2 Millionen) ist schon etwas sehenswertes – und soo schlecht war die Musik nun auch nicht, aber ich war ja auch nur 3 Stunden in Essen (welches nicht überall beschallt wurde :D) Ich fragte mich nur zwischendurch, wieso es nicht auch so sein kann, wenn es mal wirklich um etwas geht und zu einer Demo dann doch immer nur weit weniger Menschen den Weg dorthin finden…

Sudan bricht Waffenembargo

Bilder von Amnesty International belegen, dass der Sudan sich nicht an die Auflagen zum Waffenembargo in die Krisenregion Darfur hält und sogar weiterhin Angriffe gegen die Zivilbevölkerung fliegt. Es scheint, als ob die sudanesische Regierung den Konflikt in der Region nun für sich entscheiden will. Dass die UN Mission mit 26.000 Mitgliedern die Situation in der Regierung, der schätzungsweise 200.000 Menschen zum Opfer fielen – ändern kann, bezweifelt Amnesty International, da diese nicht genehmigt ist, in den Konflikt einzugreifen und eine Seite zu entwaffnen. Allerdings dürfte deren Appell nach einer verschärften Resolution ungehört verhallen, hält China doch schützend seine Hand über den Öllieferanten in Zentralafrika…

Fair Trade

Zusammensetzung des Kaffee Preises - Quelle: WikipediaEr ist für viele Menschen vom Frühstückstisch nicht mehr wegzudenken und oft kommt man erst mit ihm „richtig in Schwung”: Der Kaffee. In Deutschland trinkt jeder durchschnittlich pro Tag 4 Tassen und somit 160 Liter des Getränks pro Jahr. Und es ist auch erschwinglich: rund 4 – 5 Euro muss man für 500 Gramm Kaffee auf die Ladentheke legen.Aber grade hier liegt ein Problem: Hast du dir beim Einkaufen mal Gedanken darüber gemacht, was hiervon am Ende bei den Kaffee-Bauern ankommt? Grade mal 5 Prozent dieses Betrages, also 20 bis 30 Cent erhält derjenige, der tagtäglich dafür auf dem Feld arbeitet. Das übrige bleibt bei Zwischenhändlern stecken.

Auch der Weltmarkt spielt eine große Rolle. Wurden 1995 für 500 Gramm noch 1,51 Euro auf dem Weltmarkt bezahlt, sind es seit 2001 nur noch 0,54 Euro – mit drastischen Folgen für die Bauern in Entwicklungsländern.

Auch bei anderen Rohstoffen ist unfairer Handel an der Tagesordnung. Bei einer Tafel Schokolade mit einem angenommenen Preis von einem Euro erhält der Kakaobauer 3 Cent., jeweils 32 Cent gehen an die Schokoladenfabrik und den Supermarkt, insgesamt 19 Cent an den Aufkäufer des Kakaos und dessen Importeur, und 14 Cent erhält der Staat über Steuern. Weiterlesen