Also ich hasse es eigentlich immer, wenn in irgendwelchen Serien Themen mit Computern aufgegriffen werden, seien es die brutalen Killerspiele oder – was noch schlimmer ist – das Hacken von anderen Rechnern. Die Darstellung davon ist immer sowas von übel, aber Alarm für Cobra 11 schlägt dem den Boden aus:
[youtube CjfSt4TBZDM]
Fassen wir einfach mal zusammen:
- Die Besuchen eine Internetseite,
- es läd sich verdammt langsam ein Bild “Access denied” und
- daraus schließt man, dass das System “verdammt gut gesichert” sei.
- Deshalb versucht man es nun mit einem “Backdoor Trojaner”, der per Email geschickt wird.
- Diesen schreibt die nette Dame dann einfach mal eben in dem Internetcafe so runter
- und schafft es auch innerhalb weniger Minuten damit in das System zu kommen.
Neben den bereits genannten Fehlern, ist doch interessant, wieso jemand der da womöglich falsche Spielchen treibt auf den Fehler reinfällt, auf den doch wirklich niemand mehr reinfallen sollte (zumindest nicht, wenn man sich wie dieser mit dem Internet auskennt) und eine Datei öffnet.
Interessanter ist dann noch das Programm für die Eingänge, denn das Logo kommt mir schon etwas bekannt vor. Hmm… Achja
da ist es wieder – bei einem Virenscanner
Ist zwar deren altes Logo, aber aufgrund der Bekanntheit schon ziemlich peinlich.
Anty hat bei Yigg mal überlegt, was das Muster von solchen Hacker-Darstellungen in Fernsehserien ist und das sehr gut beschrieben:
Zwei Menschen sitzen vor dem Computer. Der eine ist ein Neuling, der andere der tolle Hacker. Der Neuling lässt sich jeden Schritt vom Hacker erklären, damit das Publikum glaubt alles zu verstehen.
Steht dieses Grundgerüst, fügt man Begriffe wie “Trojaner”, “Trojanisches Pferd”, “Hacken”, “Cracken”, “Hintertür”, “unbemerkter Zugriff”, “(zu) gut gesichert” oder Ähnliche Phrasen ein.
Idealerweise schlägt der erste Hackversuch fehl, um dem Publikum zu demonstrieren wie gut das Zielsystem gesichert ist. Der zweite Versuch ist dann eine ganz schlaue, neuartige Variante mit der per E-Mail (weil das kennen die Zuschauer) ein schädliches Programm (Otto Normalverbraucher schreit jetzt: “Oh man, das würde ich doch NIE öffnen, das kann doch nur ein Virus sein”) eingeschleust wird.
Dieses Programm öffnet sich selbstständig im Postfach und löscht die Mail um die Spuren zu verwischen.Die ganz informierten Autoren verwenden dann noch das Wort “Rootkit” um aus diesem alten Konzept auszubrechen.
Jedenfalls braucht man sich bei solchen Darstellungen nicht wundern, wenn eine große Angst vor den Gefahren des Internet auftaucht, da es ja scheinbar in wenigen Minuten möglich ist, jedes System zu hacken…
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