Wie man der neusten Fachinfo von erlassjahr.de entnehmen kann, werden Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) ihr Vorgehen bei Schuldentragfähigkeitsanalysen ändern. Mit diesen Analysen wird festgestellt, wieviel Schulden ein Land tragen kann und dementsprechend, wieviel Schulden ihm entlassen werden müssen. Als einer der Gläubiger hatte die Weltbank jedoch oft ein Interesse daran, den Erlass ziemlich gering zu halten und entsprechend optimistische Zukunftsprognossen in die Analysen einbezogen.
Verschiedenste Entwicklungen der letzten Zeit führten schließlich zu dem Eingeständnis, dass in den letzten 10 Jahren Entschuldungsgeschichte oft mit schlechten oder gezielt irreführenden Analysen gearbeitet wurde. Aus diesem Eingeständnis soll nun folgen, dass bei zukünftigen Schuldentragfähigkeitsanalysen,
- ein Vergleich der Prognose mit der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre vorgenommen wird,
- frühere Prognosen mit den tatsächlichen Entwicklungen verglichen werden, um den Ursachen früherer Fehleinschätzungen auf die Schliche zu kommen,
- prognostizierte finanzielle Verbesserungen (zum Beispiel in der Leistungsbilanz oder dem Haushalt) ausdrücklich gerechtfertigt werden müssen.
Auch soll die Transparenz bei beiden Organisationen verbessert werden.
Ob diese technischen Änderungen eine Verbesserung der Situation bringen werden, muss abgewartet werden, dennoch handelt es sich um Verbesserungen, die einen Lernprozess in den Internationalen Finanzinstitutionen zeigen und für die NGOs und Bewegungen in aller Welt lange arbeiten mussten. Einzig, dass die Weltbank als Hauptgläubiger weiterhin ihr Monopol für solche Analysen behalten will, muss kritisch betrachtet werden…
Den kompletten Text der Fachinfo findet man natürlich auf erlassjahr.de (RTF)