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(Politisches) Blog von Patrick Jedamzik

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Dennis und die Tornadopolitik

Mai 21st, 2007 · Keine Kommentare

 Dennis hat in seinem Blog ebenfalls einen Artikel zu Afghanistan und rückblickend zu den Tornados geschrieben. Dabei beginnt er mit dem Hinweis auf die Opfer dieses Konfliktes dort unten. “Maßgeblich mitverantwortlich” seien dafür “neben” den Taliban vor allem die USA und ihre Verbündeten, die dort eine “Schlachterei” betreiben, an denen mit den Tornados nun auch Deutschland beteiligt sei. Und auch der Seitenhieb auf die Grünen Bundestagsabgeordneten, die für diesen Einsatz (am Beispiel des Essener Abgeordneten Kai Gehring) fehlt nicht. Ich hatte erst überlegt zu kommentieren, aber irgendwann wurd der Kommentar so lang, dass ich lieber hier einen Beitrag draus mache und Dennis den Trackback bekommt ;) 

Entsprechend nun also meine Anmerkungen: 

  1. Bereits 2003 gab es einen schlimmeren Anschlag auf einen Bus der Bundeswehr und es waren keine Tornados in Afghanistan, also ist diese Brücke einfach aufgrund der zeitlichen Nähe konstruiert. Afghanistan war noch nie sicher – Tornados hin oder her.
  2. Alle Berichte die ich gehört habe zeigen zwar, dass die Menschen Angst haben und sich zunehmend zwischen den Fronten fühlen, aber dennoch das internationale Engagement der ISAF begrüßen, auch wenn der zivile Aufbau noch verstärkt werden muss. Wir brauchen auch einen Strategiewandel um den “Kampf um die Herzen” auch wirklich zu gewinnen.
  3. Verantwortlich für diese Tat sind einzig und allein der Attentäter und die Gruppe, die ihn ausgebildet hat. Schluss mit dem Verständnis für Menschen, die andere Zivilisten absichtlich in den Tod reißen! Dass die Strategie der USA und andere mit Luftkrieg diesen Kampf gewinnen zu wollen geändert werden muss und dass diese ebenfalls Unschuldige unbeabsichtig tötet ist bekannt. Aber soviel Verständnis, wie den Terroristen entgegengebracht wird, haben sie auch nicht verdient. Hier wird ein wenig mit Ursache und Wirkung gespielt und sogar verwechselt, denn:Würden die USA bzw. ihre Verbündeten (auch Deutschland) mit dem militärischen Aktionen aufhören, also keine “Kollateralschäden” mehr verursachen, wäre es ja nicht so, dass die Taliban dann friedlich auch ihre Waffen beiseite legen würden und die errungenen Menschenrechte und Demokratisierungsprozesse begrüßen – nein, es würde weitergehen mit Anschlägen auf diejenigen, die sich zu den Wahlen haben aufstellen lassen, die ihre Mädchen zu schulen geschickt haben oder denjenigen, die die Scharia nicht als Grundlage des Staates sehen wollen. Mal abgesehen davon, dass nicht das afghanische Volk die Regierung bestimmt, sondern das Recht des Stärkeren.

    Würden dagegen die Taliban und Terroristen aufhören zu versuchen sich die Macht in diesem Lande mit Gewalt zu verschaffen bin ich fest davon überzeugt, dass auch die militärische Gewalt, ja sogar die Präsenz der internationalen Gemeinschaft bald beendet wäre. Also was ist hier Ursache und was ist Wirkung?

  4. Zu den Grünen Abgeordneten und dem BDK Beschluss: Ich denke es ist eindeutig, dass die Sache von Krieg und Frieden eine reine Gewissensentscheidung ist. Niemand würde diejenigen, die im Bundestag entgegen einem militäreinsatzbefürwortendem BDK Beschluss votieren würden so an den Pranger stellen, wie es momentan mit denen getan wird, die sich nun entgegen eines – unter anderen Voraussetzungen getroffenen – Beschlusses für diesen Einsatz ausgesprochen haben. Ich bin mir inzwischen auch unsicher, ob der Einsatz sinnvoll ist, aber diese Hetzjagd finde ich erbärmlich. Die Entscheidungen sind schwerwiegend und haben mit dem Gewissen zu tun, nämlich dem Dilemma zwischen Schutz von anderen und der Tatsache, dass durch einen solchen Beschluss auch Menschen sterben können. Warum sollte jemand, der einen solchen Einsatz für den Schutz der Menschen für wesendlich hält gezwungen werden dagegen zu stimmen? Es gibt leider kein Schwarz und Weiss in der internationalen Politik, auch wenn dies gerne so verkauft wird.

Tags: Internationales

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0 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Dennis’ Blog » Blog Archiv » Und…ZACK… kommt die geharnischte Antwort von Patje… // Mai 21, 2007 at 16:36

    [...] Und sofort geht Patrick in Stellung. siehe [...]

  • 2 Patrick Jedamzik // Mai 21, 2007 at 17:13

    In Dennis Blog habe ich wie folgt auf seine Reaktion geantwortet: Vielleicht habe ich aufgrund der Diskussionen zu dem Thema überhaupt, die in letzter Zeit verstärkt auftreten teilweise etwas zuviel in deine Aussagen hineingelesen, was so nicht gemeint war, von daher kannst du meinen Beitrag auch gerne als Positionierung verstehen ;)

    Nur zwei Dinge doch noch:
    Ich denke, dass man auch aus gewissensgründen für einen Militäreinsatz sein kann, wenn man nämlich das andere als “unterlassene Hilfeleistung” ansehen würde. Man muss nicht nur mit dem Leben, was man getan hat, sondern vielleicht auch mit dem, was man hätte tun können und nicht getan hat.

    Und was Nummer 3 angeht: Ich wollte nur mal ganz politisch unkorrekt anregen darüber nachzudenken ob es so einfach ist, Schuld aufzuteilen, das ist alles.

    So, und heute gibts definitiv keinen Beitrag zu Afghanistan im Blog mehr ;)

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