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(Politisches) Blog von Patrick Jedamzik

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Die EU und ich…

April 22nd, 2007 · Keine Kommentare

Es ist ziemlich spät, aber wenn ich heute nicht schreibe würde ich es wohl nicht mehr tun.
Jedenfalls war ich heute beim EU-BürgerInnenforum der Grünen Jugend NRW, bei dem es um die Rolle der EU in den Medien ging. Das Seminar war sehr interessant, auch wenn ich leider früher weg muste. Es hat in mir aber vor allem Fragen aufgeworfen.

Die Hauptfrage ist dabei natürlich, wie ich zu Europa stehe. Fühle ich mich als Europäer? Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass dieses Gefühl einer europäischen Idenität nicht sonderlich stark ausgeprägt ist. Natürlich, ich halte die Europäische Union für ein grandioses Friedensprojekt und erkenne auch den großen Nutzen, den die gemeinsame Währung oder die EU-Bürgerschaft für alle haben, aber dennoch ist Brüssel irgendwie noch immer sehr weit von mir weg. Irgendwie sehe ich eine große Bürokratie und – anders als bei den VN – nicht eine wirkliche übergreifende Ideologie, aber vielleicht kommt das ja noch.

Dies erkennt man auch an den Beiträgen hier. Über die EU dürfte kaum noch etwas hier zu finden sein. Und damit wären wir dann auch fast beim Thema der Sitzung: Interessieren sich die Menschen nicht für die EU, weil die Medien sowenig über diese berichten oder ist es vielmehr so, dass die Medien sowenig berichten, weil es kein Interesse gibt. Ohne mein Blog jetzt mit den großen Medien gleichzusetzen, aber ich denke Berichterstattung, die niemanden interessiert führt auch nicht wirklich zu verstärkten Interesse, denn sie würde wahrscheinlich eher überblättert werden. Sport oder Wirtschaft der Süddeutschen können noch so gut sein – lesen werde ich sie seltenst.

Was man braucht ist ein Gefühl für Europa und das ist glaube ich ganz schwer. Nicht nur wegen mehreren Dutzend Sprachen, sondern weil irgendwas verbindendes für mich fehlt. Aber ich denke soetwas entwickelt sich. Vor 50 Jahren hätte man es wahrscheinlich auch noch für absolut undenkbar gehalten, in fast ganz Eiropa mit der gleichen Währung zu zahlen. Dennoch werde ich in Zukunft auch mal gucken, ob es sich nicht lohnt auch hier das ein oder andere EU-Thema mal anzusprechen…

Tags: Politik

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0 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Exeter // Apr 25, 2007 at 00:13

    mich haut die EU auch nicht vom Hocker. kann auch bis heute kaum glauben, dass dort 80% unserer Gesetze herkommen sollen – fänd ich schon dreist. würde dann aber auch gleich zeigen wie sinnlos unsere parlamente hier in deutschland (noch) sind.
    deutschland haut mich insofern vom hocker, als dass ich die möglichkeiten in diesem land bei allen problemen, die ich hier auch sehe, total schätze.
    ich gehöre in diesem land als bafögempfänger zum ärmsten teil der bevölkerung und fühle mich derweil so dermaßen reich und zugleich so wenig in meinen möglichkeiten eingeschränkt, dass ich es schon krass finde in diesem land überhaupt von armut zu sprechen. klar ich bin jung und flexibel und ohne verpflichtungen und es geht mir demnach sicherlich noch mal besser als einigen anderen, aber dem großteil geht es noch mal besser als mir, was ich mir kaum vorstellen kann.
    deshalb bin ich total froh deutscher zu sein.
    doch was bringt mit europa? offene grenzen und ne gemeinsame währung. sind schon ganz nette errungenschaften, aber keine die mich vom hocker hauen. dafür nutze ich diese möglichkeiten zu selten. europa ist wohl eher was für die wirklich reichen, die ständig durch die gegend tingeln. evtl. ist das alles aber auch einfach zu sehr selbstverständlich als dass es mich vom hocker haut. tja und das war’s auch schon. mehr verbinde ich mit europa nicht.
    wäre vielleicht anders, wenn die gesetzgebungsverfahren genau so durchleuchtet würden wie in deutschland.
    insofern liegt es doch wieder an den medien.
    aber selbst wenn sich hier etwas ändern würde, würde ich mich vor der EU einfach zu ohnmächtig fühlen als dass ich irgendwie politisch aktiv werden könnte und ohne auseinandersetzung kann auch keine identität entstehen.

  • 2 Patrick Jedamzik // Apr 25, 2007 at 23:26

    Also was ich an Europa interessant finde und faszinierend, aber auch nicht wirklich im Alltag jetzt spüre, ist dass nur 10 Jahre nach dem Ende eines schrecklichen Krieges eine Organisation entstand, die Kriege in Europa faktisch unmöglich gemacht hat. Die EU ist ein grandioses Friedensprojekt, bei dem wirtschaftliche Verzahnung und gemeinsame Kontrolle über bestimmte Güter Unsicherheiten und Feindschaften abbauten. Aber zugegeben: Im Alltag kann man damit keinen Blumentopf mehr gewinnen. Die deutsch-französische Freundschaft ist selbstverständlich geworden. (Ohne das Abzuwerten – im Gegenteil, das ist Europa, naja ihr versteht schon ;) )

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