Heute ist Internationaler Frauentag. Hintergrund bildet ein Aufstand von Arbeitern- und Soldatenfauen im Jahr 1917, der schließlich zur Februarrevolution in Russland führte. Der Versuch in Zeiten des Kalten Krieges eine “Westliche” Variante mit einem Aufstand von Textilarbeiterinnen im Jahre 1857 aufzubauen, ist historisch eher gescheitert. 1975 wurde der Internationale Tag der Frau, wie er 1921 von Lenin ausgerufen wurde, von den Vereinten Nationen anerkannt. In Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Cuba, Kasachstan, Kirgisistan, Mazedonien, Moldawien, in der Mongolei, in Russland, Serbien, Tadschikistan, in der Ukraine, in Usbekistan, Vietnam und Weißrussland ist er ein gesetzlicher Feiertag. In der VR China ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei.
Anlässlich des Internationalen Frauentages äußerte sich auch UN Generalsektretär Ban Ki-moon in New York. Seine Rede soll hier folgend abgedruckt werden, da sie m.E. einige Punkte kurz und knapp darlegt:
New York/Vereinte Nationen – Ich freue mich und fühle mich geehrt, Ihnen anlässlich des Internationalen Tag der Frau – meinem ersten als Generalsekretär der Vereinten Nationen – meine besten Wünsche zu übermitteln. Ich hoffe, Sie werden mich in den kommenden Jahren als Vertrauensperson und Verbündeten kennen lernen.
Dieser Tag bietet uns allen – Frauen und Männern – die Möglichkeit, sich im Sinne einer Sache zu vereinen, die die ganze Menschheit betrifft. Die Ermächtigung von Frauen an sich ist kein Ziel. Sie ist Bedingung, für jeden Einzelnen ein besseres Leben auf diesem Planeten zu schaffen.
Niemand kann dies bezweifeln. Auch kann niemand das Ergebnis des Weltgipfels 2005 leugnen, bei dem die Staats- und Regierungschefs bestätigten, dass Geschlechtergleichstellung und Menschenrechte grundlegend für die Verwirklichung von Entwicklung, Frieden und Sicherheit sind.
Dennoch sind wir noch immer sehr weit davon entfernt, dieses Verständnis universell umzusetzen. Noch immer sind Frauen in Entscheidungspositionen in fast allen Ländern unterrepräsentiert. Die Arbeit von Frauen wird unterschätzt und ist unterbezahlt oder gänzlich unbezahlt. Von 100 Millionen Kindern, die keine Schule besuchen, sind die Mehrheit Mädchen. Von 800 Millionen Erwachsenen, die nicht lesen können, sind die Mehrheit Frauen.
Am schlimmsten ist jedoch, dass die Gewalt gegen Frauen und Mädchen auf jedem Kontinent, in jedem Land und in jeder Kultur unvermindert weiter existiert. Das hat verheerende Auswirkungen auf das Leben von Frauen, auf ihre Familien und auf die gesamte Gesellschaft. Die meisten Gesellschaften verbieten derartige Gewalt – in Wirklichkeit wird sie jedoch zu oft vertuscht oder still geduldet.
Deshalb ist der Internationale Frauentag besonders wichtig. Er führt uns unsere Verantwortung vor Augen, für eine langfristige Veränderung von Werten und Einstellungen zu kämpfen. Er ruft uns dazu auf, partnerschaftlich zusammenzuarbeiten – Regierungen, internationale Organisationen, die Zivilgesellschaft und der Privatsektor. Er spornt uns an, auf allen Ebenen der Gesellschaft die Beziehungen zwischen Männern und Frauen zu verbessern. Er zwingt uns, die Entscheidungsbefugnis von Frauen und Mädchen zu stärken – von der Bildung bis zum Kleinstkredit.
Die Vereinten Nationen müssen an vorderster Front derartiger Bemühungen stehen. Ich verspreche, alles n meiner Macht stehende zu tun, um dies zu gewährleisten – nicht nur am Internationalen Frauentag, sondern jeden Tag. Ich freue mich darauf, mit Ihnen an unserer gemeinsamen Aufgabe zu arbeiten.
Für mehr und ausführliche Informationen schlage ich unseren Grüne Jugend Flyer zu dem Thema vor.