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Politisches Blog von Patrick Jedamzik

Heute brachte meine Mutter eine dieser “Sendung mit der Maus” Nachmachungen mit, bei der es diesesmal um Herrn Müller (von der Müllermilch) ging. Neben einem Bericht über den Aufbau einer Fabrik in Sachsen mit EU Fördermitteln für die eine in Niedersachsen weichen musste und einem Hinweis auf eine ähnliche Verpackungsänderung wie bei den Pringels, war aber für mich ein Satz am Ende entscheident: “…der gute Herr Müller unterstützt seit Jahren die NPD durch Parteispenden…”.

Ist das so? Unterstützt man indirekt mit dem Kauf der Müllermilch oder des Milchreises (den ich eher kaufe) wirklich die NPD? Klar Müller hat viel Dreck am Stecken, sei es nun eben diese Steuergeschichte oder genmanilulierte Tiernahrung, weshalb Greenpeace Müllermilch auch “Gen-Milch” nennen dar – aber Unterstützung der NPD?

Ich bin inzwischen zu der Überzeugung gekommen, dass es sich um eine ziemlich böse Ente handelt, die eingefügt wurde, um aus Theo Müller das Monster in Person zu machen. Denn trotz googeln und Wikipedia finden sich hierauf keine Hinweise, sondern nur eine Pressemitteilung von Müller, die dieser Darstellung widerspricht. Gut, das alleine dürfte wohl kaum für einen Freispruch reichen, aber ohne andere Quellen? Im Gegenteil beschreibt ein Handbuch (PDF) des apabiz e.V. (antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum aus Berlin) die Finanzlage der NPD wie folgt:

Wie jede andere Partei muss die NPD einmal im Jahr einen Finanzbericht beim Bundestag einreichen, deshalb sind – mit zeitlicher Verzögerung – ziemlich gute Einblicke in die Parteikassen möglich: Im Jahr 2002 erhielt die NPD demnach 428.188 Euro an
Mitgliedsbeiträgen und 652.853 Euro an Spenden (28 bzw. 43 Prozent der Gesamteinnahmen).10 Auffallend ist, dass fast alle Spenden von Privatpersonen stammten; Großspenden aus der Wirtschaft, über die gern spekuliert wird, bekam und bekommt die NPD nicht. Zwar stimmt es, dass in der NPD etliche Unternehmer vertreten sind. Doch wirklich reich ist niemand von ihnen, ihre Unternehmen sind klein, meist reichen die Gewinne nur für den eigenen Lebensunterhalt. (…) Die meisten Spenden an die NPD sind deshalb kleine Summen, nur wenige Personen zahlten mehr als 10.000 Euro (ab dieser Grenze müssen die Namen in den Finanzberichten genannt werden).

Da der Bericht auch in die Vergangenheit blickt und Theo Müller hier nicht auftaucht, würde ich damit entgültig dieses Gerücht als Falschmeldung darstellen. Theo Müller ist sicherlich nicht als Engel zu bezeichnen, da er sehr auf den Eigennutzen guckt, aber ihn als NPD Unterstützer darzustellen ist doch ewas zuviel…

[ "Sendung mit der Maus" Text zu Theo Müller als PDF ]

Nachtrag: Da der Beitrag noch immer viel besucht wird, möchte ich kurz auf einen Bericht zur Finanzierung der NPD hinweisen, der sich grade mit finanzstarken Unterstützern beschäftigt. Auch hier kein Theo Müller…

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 16.02.2007 um 19:15 Innenpolitik

10 Kommentare to “Müller und die NPD”

  1. Anje23 sagt:

    Es ist ja schon seltsam, wenn solche Dinge anonym ins Netz gestellt werden. Ich will Herrn Müller dann mal glauben, dass er nie Gelder an die NPD gezahlt hat. Auch wenn mir die anderen Machenschaften des Herrn Müller nicht unbedingt zusagen, werde ich in Zukunft dann doch wohl noch hin und wieder mal einen Joghurt dieser Marke kaufen. Denn wir wollen doch mal ehrlich sein, der Herr Müller hat “seine Schäfchen doch sicher im Trockenen”, wie man so schön sagt, aber viele Menschen in den Werken würden ihre Arbeit verlieren, wenn wir jetzt alle keine Müllerprodukte mehr kaufen, und an diese Menschen denke ich in erster Linie.

  2. Uwe Weimert sagt:

    Herr Müller nutzt etwas aus, was eine verantwortungslose Steuer- und Subventionspolitik erst möglich macht. Ich danke den Unternehmern, die trotz Kenntnis Möglichkeiten nicht hinlangen.
    Dass es gefördert wird Jobs einzustampfen ist nicht ein Fehler des Herrn Müller, der seien Produktionsstätten modernisiert, sondern ein rein politischer “Hammer”.

    Privatpersonen, die ein altes Haus in Völklingen gegen ein Neues in Dresden tauschen würden, wenn sie dort ne Haushälterin einstellen, gibt es sicher tausende. Dass die Putze in Völklingen dann Ihren Job verliert würden diese Privatleute bestimmt in Kauf nehmen, Wetten?
    Also dann, Die Augen in Richtung Berlin und Brüssel. Da werden Probleme hergestellt, bei Müllers nur angenommen!

  3. Sehe ich ähnlich, mir ging es auch eher darum dieses “Gerücht” einer NPD Unterstützung einfach zu kritisieren. Ansonsten Zustimmung, es ist die Politik die diese Freiräume lässt.

  4. Meinungsvertreter sagt:

    Hallo zusammen, ich würde an der Stelle zwischen der sachlichen und moralischen Seite der Problematik trennen. Die Tatsache, daß es einen Freiraum gibt, bedeutet noch nicht, daß man diesen ausnutzen soll. Deshalb könnte man zwar die Politik auf der sachlichen Ebene für die Schaffung solcher Freiräume, den besagten Unternehmer aber sehr wohl moralisch für die Ausnutzung derer kritisieren.

  5. Beef sagt:

    Bin der Ansicht, dass selbst dieser “Finanzbericht der NPD” nicht eindeutig das Gerücht entkräftigt. Es ist doch wohl so, dass die Unternehmer extra nicht mehr als 10000€ spenden, damit sie nicht aufgeführt werden und nicht umgekehrt. Ich denke wenn Herr Müller Geld spenden möchte, dies halt einfach über mehrere Leute machen würde ( und schon würden sich die 10000€ vervielfachten ). Der Grund warum ein Unternehmen eine Partei wie die NPD unterstützen würde läge ja wohl auch klar auf der Hand. In einem totalitärem Regim würden diese Unternhemen/Unternehmer besondere Privilegien geniesen und sind keinem Konkurenzkampf mehr ausgesetzt.
    Dennoch muss ich sagen, dass ich auch der Überzeugung bin, dass Herr Müller zumindest in dieser Richtung eine weiße Weste hat. Die Gründe, die ich genannt habe könnten schließlich auch auf jeden anderen Unternehmer zutreffen…Ich wollte mit diesem Kommentar auch mehr darauf hinweisen, dass eigentlich jeder Unternehmer die Möglichkeit hat !anonym! an Parteien zu spenden.

  6. Natürlich gibt es die, aber ich denke dann gäbe es mehr Hinweise und auch die Frage des Herrn Müller wäre sicherlich durch die Medien oder entsprechende antifaschistische Gruppen offen gelegt worden, und da keinerlei anderen Hinweise außer dieser “Maus Text” existieren und dazu kommt, dass es keine großspenden gibt fällt alles andere für mich in den Bereich “nicht belegbar”.
    Ich glaube auch nicht, dass Firmen heutzutage noch ein Interesse an einem totalitären, international wahrscheinlich ziemlich isolierten Staat hätten, dafür ist die Globalisierung zuweit fortgeschritten.

  7. anna linda 15 sagt:

    herr müller muss ja keine großspenden der npd abgeben weil das risiko zu hoch wer dass heraus zu finden das er die npd unterstützt weil es ja durchs ganze internet geht wie man hier merkt..allerdings habe ich mehr berichte als den maus text gelesen ok bis jetzt noch Gerüchte ich würde auch nicht so sicher sein das Firmen kein intresse haben am totalitären es stimmt zwar das die GlobaLisirung sehr vortgeschritten ist aba man sollte sich darauf nicht verlassen
    ich gebe auch zu das ich in MEINEM ALTER noch nich so viel dazu sagen kann weil ich mich nicht sooo damit
    auskenne aber trotzdem meine das an den bis jetzt gesagte gerüchten schon was stimmt

  8. Wenn es keine Großspende ist, die veröffentlicht werden muss, wo ist dann die Quelle für diese Angaben? Was durch das Internet geht ist ein ziemlich übles Gerücht. Und ohne eine solche seriöse Quelle möchte ich Herrn Müller und überhaupt keinen Unternehmer einfach in die rechte Ecke stellen – egal was er sonst an unsozialen Maßnahmen durchzieht. Das geht einfach zu weit. Sobald es einen Beweis gibt, werde ich meine Meinung sicherlich ändern, aber nur einem Gerücht zu glauben, vielleicht grade, weil es zu gut in das Bild eines bösen Unternehmers passt.

    Und nochmal zur Globalisierung: Großunternehmen, die über Grenzen hinweg agieren dürften kein großes Interesse mehr an dem einzelnen Staat haben. Sollte es in dem einen Staat zu teuer sein, geht man in den anderen. Das erleben wir in der Globalisierung tagtäglich. Welchen Nutzen hätte Herr Müller von einem nationalen Deutschland, in dem er keine Fachkräfte aus dem Ausland bekommen würde, die Handelsbeziehungen mit anderen Staaten leiden und er staatlicher Kontrolle unterworfen wäre? Er findet im deutschen Parteiensystem sicherlich andere Parteien, die seine Anstrengungen zur Profitmaximierung effektiver unterstützen, als die NPD.

    Im übrigen: Wenn du dich für sowas interessierst, ist das schonmal sehr gut und damit wirst du bald auch mehr über das alles wissen – auch in deinem Alter ;) Immerhin ist dort ein politisches Interesse nicht grade Massenware.

  9. anna linda 15 sagt:

    okiii…aber xD die quelle für diese angabe gibt es im internet es kann zwar sehr warscheinlich sein dass sie vl. gefälscht wurde aber man kann ja dann auch nicht sagen das immer nur kleine spenden die npd bekommt weil es ja auch vl. gefälscht wurde im internet oder man es nur Vermutet…und dem gerücht glaube ich auch nicht ganz ich vermute es nur würde es herr müller auch soo stören mit den gerüchten´´würde er auch bestimmt mal ein interview machen … auserdem kann er ja trotztdem ausländer nehmen die bei ihm arbeiten er muss sie ja nicht sehen =P und es wär auch zu auffällig nur deutsche einzustellen weil man das ja dann sofort merken könnte es ist zwar bis jetzt ein gerücht aber dann frag ich mich wieso dieses gerücht schon so lange rumgeht wie normaler weise keins…?!^^

  10. Also ich habe keine Quelle im Netz gefunden, aber wenn du eine hast, immer her mit dem Link ;)
    Was die Spenden der NPD angeht ist die Quelle schon seriös, weil Parteien nach dem Gesetz verpflichtet sind, diese an den Bundestag zu melden und zu veröffentlichen, da hiervon auch die öffentliche Unterstützung der Parteien abhängig ist. Von daher ist da eine Fälschung ausgeschlossen.

    Und was Gerüchte angeht: Sowas kann sich ewig halten, guck dir doch nur mal an, was es alles für Verschwörungstheorien gibt. Und der Ablauf kann doch ganz einfach sein – einige wenige Leute (oder gar einer) denkt sich etwas über eine andere aus, erzählt das weiter, der erzählt das dann auch weiter und so streut sich das. Und am Ende hört dass dann jemand und sagt: Hey, dass habe ich von anderen auch schon gehört, muss also stimmen – und schon ist ein Gerücht in der Welt, welches man nicht mehr losbekommt.

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