Fürstentum zum Verkauf

Hätte ich in den letzten Jahren doch mal ein wenig mehr aufs Geld geachtet! Für läppische 750 Millionen Dollar hätte ich mir schließlich ein eigenes Fürstentum vor der Küste Englands kaufen können. Fas Fürstentüm Sealand steht nämlich zum Verkauf.

Bei Sealand handelt es sich um eine Bohrinsel, die im zweiten Weltkrieg außerhalb der damals üblichen 3 Meilen Zone errichtet und dann verlassen zurückgelassen wurde. Nach einigen Piratensendern übernahm am 2. September 1968 der Brite Paddy Roy Bates die Insel und proklamierte sie zum unabhängigen Fürstentum Sealand. Ein Versuch der britischen Regierung die Bohrinsel 1968 zurückzuerlangen wurde nach einigen Schüssen von der Insel wohl aus Befürchtung vor der Öffentlichkeitswirksamkeit eines solchen Fehlschlags vor der eigenen Küste abgebrochen. Ein aufgrund der Schüsse eingeleitetes Strafverfahren in England führte zu einem wegweisenden Urteil, als das Gericht gestellte nichtzuständig zu sein, da Sealand außerhalb der Grenzen der britischen Gerichtsbarkeit läge.

Der Rechtsstatus von Sealand ist recht umstritten. Laut der Konvention von Montevideo, die zum Völkergewohnheitsrecht zählen muss, ist ein Staat wie folgt definiert:

Der Staat als Subjekt des internationalen Rechts sollte folgende Eigenschaften besitzen: (a) eine ständige Bevölkerung; (b) ein definiertes Staatsgebiet; (c) eine Regierung; und (d) die Fähigkeit, in Beziehung mit anderen Staaten zu treten.

Während die Regierung und die Fähigkeit zu diplomatischem Austausch kaum zu bestreiten ist, sind die anderen beiden Punkte umstritten. Bei weniger als zehn ständigen Bewohnern ist aber die Staatsbevölkerung kaum gegeben. Und bezüglich des Staatsgebietes ist auch unklar, ob das künstliche Gebilde einer Bohrinsel als Staatsgebiet gelten kann. Insgesamt wird Sealand international nicht anerkannt.

Interessanterweise scheint die Geschichte um Sealand momentan auch verfilmt zu werden und dürfte 2008 im Kino zu sehen sein.

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