Zeitungsblog: Präsidenten, Wahlen, Geld und Spiele

Gestern* morgen beim Lesen der Zeitung war mir wiedermal aufgefallen, zuwievielen Dingen ich eigentlich mal was sagen möchte. Da aufwändige Recherchen aber viel Zeit kosten, mache ich es jetzt einfach mal wirklich in Kurzform, auch wenn ich mich grade schon etwas stoppen musste 🙂

Denn ich war schon fast dabei das Politische Programm des womöglich nächsten Präsidenten der USA zu suchen. Gestern hat nämlich Barack Obama, der Shootingstar der Demokraten den ersten Schritt zur Präsidentschaftskandidatur bekanntgegeben. Er gilt dabei als bisher einziger ernsthafter Konkurrent von Hillary Clinton, die ihre Kandidatur aber noch nicht offiziell bekannt gegeben hat. Ich glaube jedoch, dass Hillary Clinton aufgrund der höheren Popularität leichter die nötigen Spendengelder für den Wahlkampf auftreiben kann. Obama war von Beginn an erklärter Gegner des Irak Krieges (anders als Clinton) und scheint für amerikanische Verhältnis sozial eingestellt zu sein.

Gewählt wird in den USA der Präsident im November 2008. Auch in Deutschland bahnen sich dann langsam die nächsten Wahlen an und momentan wird über das Wahlrecht ab 0 gestritten. Früher war ich auch ein Fan dieser Idee, um Kinder mehr zu hören, aber je mehr man darüber nachdenkt, desto unsinniger erscheint mir dies. Nicht die Interessen der Kinder oder Jugendlichen werden dann vertreten, sondern wir haben ein neues System des Zensuswahlrechts, bei dem nicht die Höhe des Einkommens, sondern eben die Anzahl der Kinder gilt. Der Gleichheitsgrundsatz, der vom Grundgesetz in Artikel 38 Absatz 1 gefordert wird, entspricht das sicherlich nicht. Aber es gibt noch mehr Anforderungen an die Wahl:

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt.

Und auch zumindest in dem unmittelbar und der freien Wahl sehe ich bei einem Wahlrecht ab 0 ebenfalls wichtige Schwächen. Wie frei kann denn ein Kind von 5 Jahren die Wahlentscheidung treffen? Ich wage einfach zu behaupten, dass dies garnicht geht. Und dass die Wahl nicht unmittelbar sein kann, kann von den Befürwortern, die das Recht der Kinder ja auf die Eltern übertragen wollen, kaum bestritten werden. Alles in allem halte ich diese Diskussion für müssig. Besser wäre es Kinderpolitik einfach mal ernstzunehmen, weil Kinder die Erwachensen von morgen sind und nicht, um sich Wählerstimmen zu organisieren.

Apropos Erwachsene von morgen. Die Bundesregierung hat beschlossen die BaFöG Höchstsätze unverändert zu lassen. Seit 2001 unverändert müssen selbstständig wohnende Studierende mit 585 Euro, bei den Eltern lebende mit 370 Euro auskommen – ohne weitere Zuschüsse für Miete und ähnliches. Wer also auf kein gut situiertes Elternhaus zurückgreifen kann wird nicht drum herumkommen sich zu verschulden oder neben dem Studium zu arbeiten – was dann am Ende zu einem längeren Studium führt.

Fürs Spielen bleibt da normalerweise nicht viel Zeit – normalerweise. Gestern erschien das AddOn zu World of Warcraft, bei dem soweit ich gehört habe auch die Level 61 bis 70 erreichen kann. Um Punkt Null eröffneten die ersten Geschäfte, wie in guten alten Harry Potter Zeiten. Und ich glaube viel gesitteter ging es da kaum zu, eher wie bei einem Tokio Hotel Konzert: In Köln wurde jedenfalls eine Glasscheibe beim Hereinstürmen zerstört, an der sich dann wiederum drei Personen verletzten. Erst als herauskam, dass der Laden mit 1.700 Spielen mehr als genug für die 600 bis 800 Spielebegeisterten auf Lager hatte, beruhigte sich die Situation. Und das alles nur, um wenige STunden vor den anderen aktiv zu werden…

* Eigentlich sollte der Artikel gestern schon erscheinen, aber da war einfach zuviel los. Da ich aber schon angefangen hab, wurde es heute in einem spannenden Verwaltungsmodernisierungsseminar zuende geschrieben 😉

One Reply to “Zeitungsblog: Präsidenten, Wahlen, Geld und Spiele”

  1. Der Herbert Grönemeyer grölte doch so schön, dass Kinder an die Macht sollen, allen Blagen eine Currywurst usw. Noch nicht einmal Kriegsspielzeug ist vom Markt wegzukriegen, beliebtestes Waffenarsenal ist zur Zeit in Deutschland bei den unter 18- Jährigen: Schreckschusspistolen mit aufgesetztem Raketenabschussmunitionsdepotrkeisladegerät. Zu Sylvester ein Kracher am Firmament. Es leuchteten die Sterne. Dann die Gummigeschosse, die so herrlich gelb rumfliegen.
    Erschreckt hat mich letztes Jahr in Edinburg (Edinborough) eine Truppe Jungs auf einem alten Friedhof in der Innenstadt, als die in schwarzer Bekleidung hinter Grabmälern und unter Bäumen auftauchten, um mit Farbgeschossen Krieg zu spielen.

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