Kommentare und Meinungsfreiheit

Kommentare und Meinungsfreiheit

Nun als auch die Tagesschau: Nach der Süddeutschen wird auch dort überlegt, wie man mit Kommentaren und Trollen umgeht. Und es werden ziemlich abartige Beispiele für Kommentare gebracht:

Ihr dreckigen Minusmenschen! – Die ihr (…) BEWEISKRÄFTIGE Kommentare, die eure Lügen-Propaganda-Maschinerie ENTLARVEN, blockiert. Ihr gehört an euren Innereien an der Reichstagskuppel aufgehängt!

Und natürlich – wie immer wenn Beiträge gelöscht werden – wird gleich der Begriff Zensur genutzt und natürlich die Meinungsfreiheit, die eingeschränkt wird. Und bei öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern gleich noch mehr.

Dabei muss man eins nochmal deutlich betonen: Die Meinungsfreiheit wird nicht dadurch eingeschränkt, wenn irgendjemand einen nicht zuhören will. Niemand wird daran gehindert – wie ich hier – seine Meinung so ausführlich und groß breitzutragen, wie man es möchte.

Man kann sich das generell wie im normalen Leben vorstellen: Jeder kann seine Meinung haben, man könnte sie sogar auf der Straße frei äußern – beispielsweise in Demonstrationen. Dennoch muss ich niemanden zu mir nach Hause reinlassen, um mir einen Vortrag zu dieser Meinung anzuhören. Und selbst bei öffentlichen Veranstaltungen kann das Hausrecht auch dazu dienen, Störer zu entfernen, die eine normale Diskussion behindern.

Vor einiger Zeit gab es dazu einen Artikel bei scienceblogsund eine passende Grafik dazu:

Bild: xkcd, Text: Anatol Stefanowitsch, CC-BY-NC 2.5

Das Versagen der Nachkriegsjustiz

Gestern Abend lief in der ARD zu später Stunde noch eine Dokumentation zum Umgang der Nachkriegsjustiz mit den Verbrechern des Nationalsozialismus. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd: Bewusst und gezielt wurden Täter geschützt und diesen ermöglicht in der Bundesrepublik Karriere zu machen. Hier könnt ihr euch diesen Bericht noch in der Mediathek angucken – Dauer rund 45 Minuten.

Liveberichte und Reportagen aus Westeros

Westeros ist eine ziemliche Krisenregion:

Vermittlungsversuche sind wiederholt gescheitert, Waffenruhen wurden gebrochen, auf allen Seiten Grenzen überschritten. Aus einem überschaubaren Konflikt wurde ein Vielfrontenkrieg, aus einem Staatenbund erneut ein Flickenteppich wechselnder Allianzen.

Und für alle, die es nicht kennen, es ist fiktonal. Nichtsdestotrotz berichtet die Deutsche Welle anlässlich des 20. Geburtstags deren Onlinegang ganz neutral und sachlich aus der Welt von “Game of Thrones”. So erfährt man beispielsweise, dass den Sieben Königreichen wegen der Verschwendung eine Herabstufung der Kreditwüdigkeit auf den Finanzmärkten ins Haus steht, ein Portait von Daenerys Targaryen oder erfährt “5 Dinge, die man über die Nachtwache wissen muss“.

Und auch auf Twitter laufen aktuelle Meldungen. Zum Beispiel das Wetter:

Alles in allem eine lustige und ironische Aktion des Deutschlandfunks, der damit auch seine Sachlichkeit bei fiktionalen Hintergründen beweisen kann. Hier geht es zur Sonderseite “Live aus Westeros

Samsung innovativer als Apple?

Ich bin sicher kein Apple-Fanboy, aber ich mag mein iPhone. Ich habe seit vielen Jahren die verschiedenen Versionen mitgemacht. Nicht in dem Sinne, dass ich jedes neue Handy brauchte, sondern insofern, dass bei einer Vertragsverlängerung ein neues iPhone geholt wurde. Und schon beim letzten Update vom 4S auf 5 war ich nicht mitgegangen – hier nachzulesen. Es fehlte die Innovation. Und irgendwie ist bereits jetzt abzusehenen, dass der große Sprung auch am Dienstag mit dem neuen iPhone nicht kommt. Alle Gerüchte, die es gab deuten auf: Schneller, größer (in zwei Varianten) und vielleicht etwas hübscher hin. Innovation? Schon lange nicht mehr :(

Vielleicht ist es unfair immer eine Revolution zu erwarten, wie es mit dem ersten iPhone der Fall war. Von daher kann ich mir gut vorstellen, jetzt auch wieder aufzurüsten. Denn bisher war die Konkurrenz vielleicht technisch etwas besser, aber mich umgewöhnen? Wieder Software neu kaufen? Auf die Synchronisation mit dem iPad verzichten? Bisher nicht vorgesehen.

Dann kam gestern Samsung mit dem Galaxy Note Edge und ich habe eine Spielerei gesehen, die ich durchaus als Neuerung anerkenne – nur wird es wahrscheinlich nichts bringen, denn das Handy soll laut Chip nur in Südostasien erscheinen. Der Clou: Es gibt eine abgerundete Ecke mit eigenem Bildschirm, der zur Steuerung, aber auch für Tickermeldungen und ähnliches genutzt werden kann. Hier mal ein Video dazu:

In dem Video ist aufgekommen, warum meine Begeisterung etwas gesunken ist: Die Größe. Ich will kein Phablet oder wie man die Dinger nennen will. Ich will nen Handy oder nen Tablet – wozu noch was dazwischen und das Handy mit zwei Händen bedienen?

Von daher bleibt es wahrscheinlich beim Apfel auf der Handyrückseite wenn jetzt eine Vertragsverlängerung ansteht. Und dann mal sehen, wie es in 2 Jahren aussieht – vielleicht ist der zweite Bildschirm bis dahin auch auf normalen Handys und vernünftig nutzbar? :)

Keine Wildtiere im Zirkus 1

Gestern bin ich auf das unten stehende Video von Peta gestoßen, bei dem es um eine Kampagne gegen die Haltung von Wildtieren in Zirkussen geht. Noch bis morgen kann man dort eine Petition dazu unterscheiden. Vielleicht zunächst mal das Video und der Link zur Petition:

Ich bin nicht zwingend und in jeder Frage Unterstützer von Peta, aber hier haben sie nochmal einen Punkt getroffen. Es mag zwar durchaus Zirkusse geben, die sich möglichst gut um Tiere kümmern, aber wenn wir uns mal angucken, wie artgerechte Haltung in Zoos inzwischen aussieht, kann dies kein Zirkus für diese Tiere leisten.

“Unser” Weihnachtszirkus wirbt wieder mit weißen Löwen.  Wenn man sich dagegen mal anguckt, wie Löwen momentan in der Zoom Erlebeniswelt gehalten werden und wieviel Platz die dort haben, wird deutlich, dass dies für einen Zirkus einfach unmöglich ist. Wahrscheinlich wird sich dies eher am Maßstab des alten Ruhr-Zoos orientieren.

“Leute wollen die Tiere sehen”, sagt der Zirkusbetreiber in dem Artikel. Und ich sage: Wir haben den Tierschutz in das Grundgesetz geschrieben. Das muss auch seinen Einfluss in die Politik finden und darum habe ich die Petition unterschrieben. Ja, ich habe als Kind auch gerne Tiere im Zirkus gesehen – lieber als Artisten. Aber ich kann nicht für mein Vergnügen und meine Unterhaltung andere Wesen leiden lassen. Und bringt es Kindern nicht viel mehr, Tiere natürlich zu erleben, anstatt mit irgendwelchen erzwungenen Tricks?

Und ja: Ich mache auch Abstriche. Ich bin kein Vegetarier, aber versuche möglichst oft auf Bio-Produkte zu setzen und setze mich politisch dafür ein, dass wir eine Landwirtschaft bekommen, die gute Nahrung, artgerechte Haltung und eben auch Fleischkonsum vereinbart. Ich unterstütze Zoos, die sich um Artenvielfalt kümmern und Tiere vernünftig halten. Darum halte ich unsere Zoom Erlebniswelt auch für einen doppelten Gewinn für die Stadt. Und ich finde es gut, dass der Zoo keine Elefanten mehr hält, weil eine artgerechte Haltung unmöglich ist.

Unsere Gesellschaft muss weg davon, dass andere für uns leiden müssen. Das betrifft für mich Arbeitsbedingungen hier oder auch in Entwicklungsländern und eben auch den Umgang mit Tieren. Das ist nicht immer ganz einfach, aber ich bezweifle, dass Löwen, afrikanische Rinder, Kamele und weitere Exoten das Leben in der Arena als traumhaft empfinden und viel Spaß bei der Show haben. Und auch, dass man “die Vielfalt der exotischen Tierwelt” (so auf der Homepage vom Circus Probst) hier erleben kann, wage ich einfach zu bezweifeln. Dafür bieten sich Zoos wohl eher an.

Von daher – wenn auch sehr kurzfristig – der Aufruf diese Aktion von Peta zu unterstützen.

Einseitige Eilmeldung?

Einseitige Eilmeldung?

Ich wollte schon längst über den aktuellen Nahost-Konflikt bloggen, habe es aber immer vor mir her geschoben und irgendwie erscheint es jetzt auch immer mehr sinnlos, weil viel gesagt wurde. Ich verweise einfach nur mal kurz auf diese beiden Artikel: “7 Dinge, über die man nachdenken sollte, bevor man sich im Nahost-Konflikt auf eine Seite schlägt” und “Gaza ist kein Bolzplatz: Warum ich mich aus Diskussionen um den Nahostkonflikt zurückziehe“. Vielleicht schreibe ich die Tage noch mehr – oder auch nicht.

Jedenfalls pingte bei mir um kurz vor 12 mein Handy mit einer Sondermeldung der Tagesschau App auf:

nahost1

Ich hatte vorher schon gehört, dass wieder Raketen auf Israel fliegen. Aber die Eilmeldung war nicht “Hamas schießt wieder Raketen auf Israel”, sondern eben Israel, welches den Gazastreifen angreift. Im Artikel selber taucht das dann auch korrekt auf:

nahost2

Der Spiegel hat dies auf facebook – zugegeben mit etwas mehr Zeichen klarer gestellt:

nahost3

Hier wird deutlich, dass es sich um eine Reaktion handelt, anders als in der Eilmeldung. Klar, mehr Zeichen oder so, aber wie ich schon vor ein Jahr geschrieben habe, zeigt sich auch jetzt: Wichtig wird’s erst, wenn Israel reagiert.

7:1 gegen Brasilien

Draußen ist es gerade etwas lauter. Hupkonzerte, einige Böller vermutlich und der ein oder andere Jubel ist auch hier zu hören. Und auch wenn man bei manchen Spielen über den Sinn streiten kann, ist das heute schon ein fulminanter und wichtiger Sieg gewesen. Sieben Tore gegen Brasilien sind wirklich der Hammer. Für mich – zugegeben ziemlicher Fußball-Laie – war dies vom Gefühl schon wie ein Finale, denn sowohl Argentinien, wie auch die Niederlande hatte ich schlechter eingeschätzt als die Brasilianer. Und dann das! Die Gefühlslage beschreibt dieser Tweet sehr gut:

Am Ende gibt es noch Ergänzungen, die erwarteten, dass Neuer noch aktiv wird:

Für die Brasilianer sicherlich keine leichte Stunde, ich erinnere mich auch noch daran, wie man 2006 vom Fanfest nach der Niederlage gegen Italien nach Hause ging. Aber beim Spiel um Platz 3 war man dann doch wieder da. Aber zugegeben – unsere Niederlage war auch nicht so eindeutig, wie das Spiel heute. Da ist das natürlich enttäuschend.

Für “uns” wird es am Sonntag dann nochmal ernst. Ich hoffe, dass man sich dieses klare Ergebnis nicht zu Kopf steigen lässt. Morgen Abend dann das Spiel zwischen Argentinien und den Niederlanden. Ich tippe ja – anders als der folgende Twitterer – eher auf die Niederlande, aber man wird sehen:

Etwas zwiespältig diese Meldung aus Israel:

Auf der einen Seite Freude für die Unterstützung aus Israel, aber vor allem Sorge über die Situation dort.

Pandemie in einer “Legacy” Variante

Das Brettspiel Pandemie ist eins meiner Lieblingsspiele. Man spielt hier kooperativ zusammen gegen das Brettspiel und versucht in diesem das Ausbreiten verschiedener Seuchen und damit am Ende die Ausrottung der Menschheit durch Krankheiten zu verhindern. Okay, klingt vielleicht drastischer als es ist, aber es ist wirklich ein ziemlich tolles Spiel. Hier eine Spielevorstellung, die ich mal für mein sehr kurzes Spielepodcast-Projekt mal durchgeführt hatte.

Nun wurde eine “Legacy” Version angekündigt:

Pandemic Legacy starts what will be one of the worst years in human history. Whether it is the worst year is up to the players, who must band together to save the world. Unlike Pandemic, actions taken in one game will affect all future games. Characters will change. Some may be lost. Heroes will emerge. And, of course, there are the diseases, which start under control but soon… Can you save humanity? So much more to come about Pandemic Legacy, will you be ready?

Kurz gesagt: Es wird eine Fassung geben, bei dem frühere Spiele das aktuelle Beeinflussen. Bei Risiko gibt es dies schon. Risiko Evolution habe ich noch nicht gespielt, aber hier werden Kontinente benannt, Städte gegründet und mehr, die auch in folgenden Spielen weiterhin existieren. Wie dies bei Pandemie aussehen soll, weiß ich natürlich noch nicht, klingt aber nicht uninteressant. Problem nur: Es gelingt ja kaum, die Menschheit zu schützen, was soll dann im Folgespiel kommen? Da würde sich ja eher ein Crossover zu Zombies!! anbieten :D

 

Sturm über Gelsenkirchen 1

Sturm über Gelsenkirchen

Was war das für ein Abend gestern. Bei mir gab es die ersten Vorahnungen, als ein Freund beim Online-Spielen mitteilte, er müsse eben kurz das Auto in die Garage bringen. Sein Vater habe ihn gewarnt, dass da einiges im Anmarsch ist. Gut, “etwas windig” war da noch der Gedanke, aber dann ging es ja wirklich los. Äste schlugen mir vor das Fenster, Licht flackerte, an Spielen war kaum noch zu denken. Nicht nur weil die Mitspieler ebenso fasziniert an den Fenstern hingen, auch das Internet war bei diesen oft etwas instabiler. Und als dann bei mir der Strom auch mal für eine Sekunde ausfiel und der Rechner sich ausschaltete, habe ich es lieber so gelassen. Später wurden dann draußen die Folgen deutlich (Fotos von Dana Dimanski aus Sutum):

Das ist im übrigen die Kurt-Schumacher Straße :)

Das ist im übrigen die Kurt-Schumacher Straße :)

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Heute beginnt dann das große Aufräumen: Oberleitungen und Straßenbahnschienen wurden zerstört, so dass diese erstmal ausfallen. Die 301 fährt noch im unterirdischen Bereich zwischen Consolidation und dem Hauptbahnhof. Ansonsten sollte auf Busse ausgewichen werden. Und selbst da gibt es noch Probleme im Straßenverkehr. Die Kurt-Schumacher Straße war beispielsweise noch bis vor kurzem komplett gesperrt. Ob dieser Status noch anhält, weiß ich nicht, ich würde aber davon ausgehen.

Friedhöfe, Sportanlagen, Spielplätze und Schulhöfe bleiben bis auf weiteres im übrigen gesperrt, so eine aktuelle Meldung der Stadt.

Hier einige Links, falls ihr auf dem Laufenden bleiben wollt:

Ich versuche auch das ein oder andere davon zu posten, aber direkt an der Quelle macht vielleicht für den ein oder anderen mehr Sinn :)

An dieser Stelle auch nochmal mein Respekt und Dank für die vielen Helferinnen und Helfer, die seit gestern Abend damit beschäftigt sind, diese Schäden zu beseitigen!

George R.R. Martin arbeitet mit DOS 1

George R.R. Martin arbeitet mit DOS

In einem interessanten Interview erklärte George R.R. Martin, dass er seine Bücher auf einem seperaten Rechner ohne Internetzugang schreibt. Das ist soweit ja vielleicht noch verständlich, wenn man sich Viren oder bei ihm wohl auch Hacker vom Leib halten wollte. Für alle, die George R.R. Martin nicht kennen: Er ist Autor unter anderem von “The Song of Ice and Fire” (dt. “Das Lied von Eis und Feuer”) die Vorlage für die Fernsehreihe “Game of Thrones”. Seine Bücher brauchen gerne etwas Zeit, bis sie erscheinen und dies ärgert bei einer spannenden zusammenhängenden Geschichte natürlich.

Aber ich schweife ab. Das besondere an diesem nicht mit dem Internet verbundenen Rechner ist wohl auch, dass dieser Rechner noch aus einer Zeit stammt, als das Internet nicht in jedem Haushalt vorhanden war. Auf dem Rechner läuft ein DOS System und geschrieben werden die Romane mit WordStar 4.0 aus dem Jahr 1987. DOS – für alle, die das nicht kennen – ist dieses klassische System mit blinkendem Cursor, was man manchmal im Fernsehen noch sieht. Ohne Maussteuerung bewegte man sich mit Befehlen über die Festplatte und führte dann die Programme aus – wenn man den Speicher richtig konfiguriert hatte, etc…. Ich schweife wieder ab :D

WordStar 4.0 sieht in etwa so aus:

Wordstar_Screenshot

 

Genauer vielleicht hier. Viel Textformulierung ist bei Song of Ice and Fire sicherlich nicht notwendig und von daher dürfte das natürlich auch gehen und vielleicht ein netter Retro-Stil sein. Ihn nerven aber auch Dinge wie die Autokorrektur. Wenn ich etwas groß Schreiben will, drücke ich schon die “Shift”-Taste, sagte er sinngemäß. Der Unterschied dürfte im übrigen marginal sein. Auch wenn ein solcher Rechner natürlich mit der Geschwindigkeit eines aktuellen Computers nicht vergleichbar ist, ist das bei Textverarbeitung relativ egal. Auch moderne Worddokumente erreichen ohne eingefügte Bilddokumente oder ähnliches ja auch keine gewaltigen Größen.

Die Frage ist nur, ob ein solch altes Schätzchen nicht irgendwann den Geist aufgibt und das womöglich ein größeres Risiko darstellt, als Viren oder Hacker. Aber zum einen geht es George R.R. Martin ja wohl nicht darum und zum anderen gibt es sicherlich gute Sicherheitskopien :)

Hier noch das Video aus dem Interview: