#RPGaDay2015 – Längste Kampagne / Längste Spielrunde

Wieder hänge ich meinen Einträgen deutlich hinterher. Zu Tag 14 werde  ich wohl noch was nachreichen, aber jetzt in Kürze etwas zu Tag 15 und 16. Hier wurde nach der längsten Kampagne und der längsten Session gefragt. Und beides passt in die selbe Zeit.

2008 habe ich wieder mit DSA und generell dem regelmäßigem Rollenspiel angefangen. 2009 folgte in dieser dann die Sieben Gezeichneten Kampagne. Mit durchaus längeren Pausen von mehreren Monaten zwischendurch haben wir bis irgendwann im letzten Jahr diese epische DSA Kampagne gespielt. Eine interessante Erfahrung und vielleicht etwas zuviel gleich mit einer solch epischen Kampagne anzufangen, wenn man wieder spielleitet. Im Nachhinein würde ich sicher das ein oder andere anders machen, ich habe ein Dutzend mal das System zu Notizen und Informationssammlung gewechselt – aber dazu komme ich eben an Tag 14 nochmal :)

In dieser Zeit gab es dann auch Spielrunden von locker 12-14 Stunden (mit Pausen). So von 12 Uhr bis 2 Uhr in der Nacht wurde im alten Büro gespielt. Man hat da zwar einiges von der Story abgerissen, aber genau das war es dann auch: Abgerissen. Wieviel die Spieler davon am Ende noch mitbekommen haben, können diese sicherlich besser beurteilen, aber irgendwann spät, hatte man schon den Eindruck, dass da doch eine gewisse Müdigkeit Einzug hält.

Aber auch von der Vorbereitung war das sicherlich nicht so tiefgehend, wie ich es momentan bei meinen Sessions mit weniger Stunden habe. Auch wenn ich es zeitlich nicht so hinbekommen würde und sich unser Spielstil auch in DSA Runde sicherlich verändert hat, möchte ich die Zeit doch nicht wissen. Es hatte was diese Zeit zu haben und eine solch große Kampagne zu spielen.

Logischer Wahnsinn – Über die Atombombenabwürfe auf Japan vor 70 Jahren

Vor wenigen Tagen jährte sich der einzige Einsatz von Atomwaffen in der Geschichte zum 70. Mal. Am 6. und 9. August warfen die Amerikaner zwei Atombomben über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki ab. Über die Notwendigkeit wird immer mal wieder gestritten, die offizielle Begründung war, dass nur der Abwurf der Atombomben eine Invasion in Japan verhindern könnte. Aufgrund der Erfahrungen wären hunderttausende Amerikaner und wahrscheinlich mehr Japaner gestorben – so die Aussage.

Darüber wird gestritten. Es gibt die Vermutung, dass Japan wahrscheinlich spätestens mit dem Eintritt der UdSSR in den Krieg sowieso kapituliert hätte. Das Land war am Ende und es ging in den Verhandlungen im Kern nur um die Frage des Kaisers und seiner Absetzung oder ggf. eines Kriegsverbrecherprozesses. Die UdSSR war als Vermittler gewünscht und von daher kann deren Eintritt in den Krieg natürlich die letzten Hoffnungen zerstört haben auf eine Verhandlungslösung.

Andersherum lässt sich sicher auch nicht leugnen, dass ein weiterer Krieg natürlich weiter Opfer gefordert hätte. Aber rechtfertigt das diese Bombe?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Dan Carlin in einer sehr empfehlendwerten Folge des Podcasts „Hardcore History„. Unter dem Titel „Logical Insanity“ steht für ihn zwar auch fest, dass es sich bei den Abwürfen der Atombomben um ein Kriegsverbrechen handelt. Aber die Diskussion ist ihm zu kurz:

„Der Abwurf der Atombomben auf irgendjemanden war ein Symptom eines größeren Problems. Das größere Problem war, dass entschieden wurde, dass es generell okay sei Zivilisten in Städten zu bombardieren. Die Atombomben waren nach den Regeln der Zeit nicht falsch. Die Regel der Zeit war, dass es okay war Städte mit Menschen zu bombardieren. Die Frage ist: Wie kam es zu diesem Punkt und diesen Regeln.“

Er führt dann in die Geschichte des Luftkampfes und insbesondere des „strategischen Bombardements“ ein. Als die ersten Ideen zu Bombenangriffen aufkamen kamen Überlegungen auf, soetwas zu verbieten. Aber damals – wie heute teilweise – wurde dagegen argumentiert, da gezielte Luftschläge Kriege verkürzen könnten. Größeres Leid könnte durch gezielte militärische Angriffe vermieden werden – natürlich unter Schutz der Zivilbevölkerung.

Dan Carlin stellt zu Beginn beispielsweise die Frage, wie es gewesen wäre, wenn man 1939 den Weltkrieg durch eine Atombombe hätte verhindern können. Sie ist natürlich nicht ernst gemeint, aber ist vielleicht der Moment, wo man einmal kurz nachdenkt über die Logik dahinter. Problem: Man kennt die Zukunft nicht, aber ich schweife ab.

Es geht in dem Podcast viel mehr über die Entwicklung des strategischen Bombens, was im ersten Weltkrieg noch eine geringe Rolle spielt, aber im zweiten seine zerstörerische Wirkung zeigt. Unterschieden zwischen „moral bombing“ und „terror bombing“ wird nur anhand der Frage, wer das Opfer ist – „wir“ oder „die“.

Dabei handelt es sich natürlich um einen Prozess. Im spanischen Bürgerkrieg mit Gernika wurde als ein erster Test bezeichnet, dann Rotterdamm, London und schließlich alliierte Angriffe auf Deutschland. Carlin beschreibt sehr ausdrücklich die Ereignisse in Hamburg 1942 und stellt irgendwann die Frage, ob der Unterschied zu Atombombenabwürfen da noch gravierend ist? Nicht um zu verharmlosen, sondern um deutlich zu machen, dass auch dabei schon sehr gezielt gearbeitet wurde, um mit herkömmlichen Bomben durch Feuerstürme und ähnliches entsprechend verherrende Wirkungen zu erzeugen. Neben den Bombern waren auch Untersuchungsflüge dabei, um zu analysieren, wie man am effektivsten Menschen tötete.

Oft war dies mit der vermeintlich moralischen Hoffnung verbunden, den Krieg früher zu beenden. Generell spielte aber die Eskalation der Gewalt ihre Rolle: Wenn die anderen unsere Städte bombardieren, dann machen wir das eben auch. Und schon ist man eine Stufe weiter.

Man muss fast froh sein, dass diese Entwicklung sich im kalten Krieg nicht weiter ausgearbeitet hat, wobei diese Zeit im Prinzip ja auch auf dieser Logik basierte – wenn auch mit höheren Einsätzen. Da ging es um Millionen von Menschenleben.

Den Podcast kann man sich – leider nur auf englisch – hier anhören oder auch hier kaufen.

#RPGaDay2015: Einiges nachzuholen

Da habe ich ja einige Tage nachzuholen bei #RPGaDay. Der Grund ist aber in dem Hobby gelegen: Samstag haben wir nach langer, langer Zeit mal wieder DSA gespielt und sind in unserer Aranienkampagne ein kleines Stück weiter gekommen. Aber nun zu den Fragen der letzten Tage:

8. August: Liebstes Auftauchen von Rollenspielen in den Medien

Relativ klar: Community. Ich mag die Serie sowieso und als dann dort Rollenspiel – auch mit anderem Intro auftauchte umso mehr. Rückblickend bestätigt der Einstieg mit „Fat Neil“ zwar zunächst das Bild des übergewichtigen isolierten Nerd, aber auch die „coolen“ Studenten der Lerngruppe verfallen diesem Hobby dann doch sehr gut. Dazu noch eine sehr freie Darstellung des Hobbies mit der Freiheit. Zum Beispiel die überlegung einfach mal für eine Reise nach einem Pegasus zu suchen. In dem folgenden Video wird das nicht so deutlich, dafür aber der Aspekt des Schauspielern:

Bei edieh bin ich darauf gestoßen, dass diese Folge eigentlich unerwünscht war. Traurig bei dem spannenden Hobby. Greifenklaue hat eine nette Übersicht über weitere Empfehlungen … einiges davon muss ich mir wohl auch nochmal angucken :D

9. August: Welches Medium ich gerne als RPG hätte

Puh…da kann man eigentlich nur falsch liegen, oder? Eigentlich fehlt mir nichts, aber ich finde auch, dass es massig Rollenspielkram gibt und man auch alles nachbauen könnte, falls doch.

10. – 12. August: Lieblings- Publisher / Autor / Illustrator

Vielleicht hätte ich mich besser damit beschäftigen müssen und ich glaube ich mache das auch bald mal, aber momentan habe ich dazu keine größere Meinung. Bei Verlagen richtet sich das immer ein wenig nach dem, was man spielt. Bei Autoren gibt es einige amerikanische, bei denen ich genauer hingucke ob nun Kenneth Hite, Robin D. Laws oder John Wick, aber ob ich daraus Lieblingsautoren mache… Bei Illustrationen habe ich viel zu wenig nachgeguckt, wer dafür überhaupt verantwortlich ist. Vielleicht sollte ich mir mal bewusster die Zeit nehmen, das anzugucken und mehr wert zu schätzen. Darum bei den drei Tagen eine selbstkritische Enthaltung.

#RPGaDay2015: Liebstes kostenloses Rollenspiel – Fate und Splittermond

Nach der größten Überraschung ergibt sich fast automatisch meine Empfehlung für ein kostenloses Rollenspiel: Fate. Sowohl in der Core- wie auch der Accelerated Fassung ist das Spiel einfach herunter zu laden. Wobei kostenlos hier nicht ganz richtig ist: Es gilt die „Pay what you like“-Regel: Man zahlt für das Regelwerk eben das, was es einem wert ist. Das kann auch kostenlos sein, aber ich finde, wenn man es dann vielleicht getestet hat und Spaß damit hat, kann man doch ein paar Euro da lassen, oder? ;)

Jedenfalls ist es eine gute Möglichkeit mal herein zu gucken. Gleiches gilt auch für Splittermond, was ich einfach mal in den Raum stellen möchte. Ich selber habe es noch nicht gelesen, aber auch hier kann man es einfach kostenlos herunterladen, ausprobieren und bei Gefallen dann stärker in Lorakis einsteigen.

Ich muss aber zugeben, dass ich gar nicht genau wusste, was es alles kostenlos gab, darum bin ich sehr gespannt, was andere heute vorschlagen ;)

#RPGaDay2015 Tag 6 – Letztes Rollenspiel gespielt: Cthulhu

In letzter Zeit gab es wenig Rollenspiel, aber wir haben eine kleine nette Cthulhu-Runde in den 1950er Jahren begonnen – natürlich für Noir passend in Los Angeles. Wir spielen natürlich die aus Noir-Filmen klassischen Detektiv, wobei es sich bei uns um einen Detektiv, Anwalt (mich) und die Sekretärin des Gemeinschaftsbüros handelt. Nette Geschichte, wobei wir in der einen Session in der wir auch wirklich gespielt haben gerade an dem Moment waren, wo die Halluzinationen der Klientin wahr wurden und wir dem Grauen ins Gesicht blickten… ;)

#RPGaDay2015 Tag 5 – Letzter RPG Einkauf

Das war dann die DSA 5 Vorbestellung, die hoffentlich in dieser Woche hier ankommt und vergnügliches Lesevergnügen bietet.

Davor bzw. wenn Vorbestellungen nicht gelten waren es wohl die Einkäufe von der RPC: In erster Linie FATE Core und FATE Action samt Setting „The Day after Ragnarok“. Zudem auch Kram für „Der eine Ring“, ein weiteres Rollenspiel auf meiner Würde-ich-gerne-mal-länger-spielen Liste, die nicht wirklich kürzer wird. Ach…die liebe Zeit.

#RPGaDay2015 Tag 4 – Überraschendste Spiel: Fate

Schwere Frage, aber ich glaube das Rollenspiel, was mich am meisten überrascht hatte, war FATE. Beim ersten Spielen haben wir ja im PULP Setting „Spirit of the Century“ gespielt, aber das war jetzt nicht der Überraschungseffekt. Mich hatte eher die Freiheit des Spiels überrascht in Form der Fate-Punkte mit denen man Dinge erstellen konnte.

Danach hat sich einiges getan im Fate System, es gibt inzwischen Fate Core auf Deutsch mit etwas modernen und pfiffigen Regeln. Das schöne ist, dass als Spielleiter immer sofort Ideen beim Spiel auftauchen. Einmal habe ich sehr spontan am Gratisrollenspieltag das Abenteuer zu Fate2Go herausgeholt, gespielt und hatte am Ende genug Ideen, um theoretisch eine Kampagne draus zu machen.

Nach den ersten Spielrunden hatte ich einen Bericht dazu verfasst, der Fate weiter vorstellt.

#RPGaDay2015 Tag 1-3: Vorfreude, Kickstarter und Lieblings-Neuentdeckung

Am Wochenende war ich bei Twitter und beispielsweise bei Edieh auf #RPGaDay2015 gestoßen. Worum es geht? Jeden Tag im August gibt es eine kleine Frage zum faszinierenden Hobby Rollenspiel beantworten. Jetzt bin ich schon etwas spät dran, darum wird schnell aufgeholt:

1. August – Auf welches kommende RPG freust du dich am meisten?

Ehrlich gesagt DSA 5. Vielleicht auch weil es diese Woche kommt und Aventurien ist nun mal meine Liebste Spielwelt. Die Beta sah schon ganz gut aus und wenn die Kämpfe jetzt wirklich flüssiger sind: Umso besser. Leider stockt das Spielen momentan etwas, aber vielleicht bekommen wir das im August nochmal hin.

Ansonsten noch die ein oder anderen per Crowdfunding unterstützten Dinge: Numenera, Blades in the Dark oder Curse of the Yellow Sign.

2. August – Welches über Crowdfunding geförderte Spiel hast du am liebsten unterstützt?

Ich hab erstmal geguckt, was ich überhaupt unterstützt habe und festgestellt, dass ich mir das ein oder andere nochmal genauer angucken müsste. Von daher ist es noch etwas schwer zu sagen, was ich am besten fand. Ich glaube am spannendsten fände ich es wirklich „The demolished ones“ für FATE auszuprobieren. Zumindest die Charaktererstellung mitten im Spiel – man wacht nach Amnesie auf.

Orient Express war von dem Ablauf eher durchwachsen, aber auch da bin ich gespannt drauf. Auch Grim World fand ich interessant, aber auch da steht die Frage im Raum, ob meine Vorstellung einer Sandbox-Fantasy-Welt jemals zustande kommt ;)

3. August – Liebstes neue Spiel der letzten 12 Monate

Numenera. Wir haben es Anfang des Jahres in mehreren Runden getestet und mir gefallen die Spielmechanismen sehr gut. Das Ressourcenmanagement mit den eigenen Fähigkeiten finde ich interessant. Die Welt selber müsste ich noch weiter erkunden, klang sehr spannend. Mehr dazu sicherlich, wenn die schöne Box vom Crowdfunding bei mir ankommt ;)

Wer sonst noch mitmacht

Hier eine unvollständige Liste der weiteren Teilnehmer am #RPGaDay2015 in Deutschland: